Skitourenguru

Nach welchen Kriterien werden Skitouren in die Tabellen aufgenommen?

Die Skitour sollte möglichst plausibel sein. D.h. nicht zu viel auf und ab, nicht zu flach, aber auch nicht unbedingt extrem steil, einigermassen direkte Abfahrt, mehr oder weniger gut erreichbar. Wenn möglich ein Gipfel. Letztendlich ist die Aufnahme in die Sammlung immer ein subjektiver Entscheid. Der Fokus liegt jedoch auf abgeschlossenen Touren und nicht auf einem Netzwerk, wie dies bei der offiziellen Skitourenkarte der Fall ist. Mehr zum Thema findest du unter Routenanlage.

Wie wird der exakte Routenverlauf einer Skitour bestimmt?

Der Routenverlauf versucht in optimaler Weise die Geländeform zu nutzen. D.h. zum Beispiel lieber auf Rippen, Rücken oder Kämmen, als in Mulden. Das exakte Digitalisierungs-Prozedere ist unter Routenanlage beschrieben.

Werden die Touren der offiziellen SAC-Skitourenkarte entnommen?

Während dem Digitalisieren im Geographischen Informationssystem (GIS) ist die SAC-Skitourenkarte sichtbar, sie wird aber nicht direkt verwendet. Natürlich kann der der Routenverlauf ähnlich sein, dies liegt in der Natur der Sache. Die hier aufgeführten Routen nehmen jedoch mehr Rücksicht auf das Mikrogelände. Die SAC-Skitourenkarte ist stärker generalisiert, d.h. sie zeigt primär die Grundidee der Skitour auf.

Warum wird nicht gleich das gesamte Netz der SAC-Skitourenkarte mit grün, orange und rot eingefärbt?

Die SAC-Skitourenkarte ist stärker generalisiert, d.h. sie zeigt primär die Grundidee der Skitour auf. Allzu oft berücksichtigt die SAC-Skitourenkarte das Lawinengelände in suboptimaler Art und Weise. Der Algorithmus von Skitourenguru würde solche Routen zu negativ (rot) bewerten.

Warum wird nicht gleich die ganze Karte "flächig" mit grün, orange und rot eingefärbt?

Solche Karten werden auch dynamische Lawinenrisikokarten genannt. Skitourenguru stellt für die sechs wichtigsten Lawinenbulletins bereits Lawinenrisikokarten zur Verfügung. Zur Zeit ist die Akzeptanz der tagesaktuellen dynamischen Risikokarte bei den Lawinenwarndiensten noch nicht vorhanden. Aus diesem Grund sieht Skitourenguru von einer Publikation ab.

Welche Routen sollen in Zukunft noch in die Tabellen aufgenommen werden?

Alle plausiblen eintägigen Skitouren der Schweiz. In einem zweiten Schritt alle plausiblen zweitägigen Skitouren der Schweiz. Diese müssen immer eine Übernachtungsmöglichkeit aufweisen.

Ist es möglich eigene Routen hinzuzufügen?

Zur Zeit ist dies nicht möglich. Um eine möglichst grosse Homogenität der in der Routenqualität zu erreichen, sollten diese von möglichst wenigen Personen digitalisiert werden. Mehr zum Thema findest du unter Routenanlage.

Ist die Verfügbarkeit von digitalen GPS-Tracks bzw. GPS-Routes überhaupt wünschenswert?

Vorab eine Namensklärung: GPS-Tracks sind Daten die von einem GPS erzeugt wurden (bspw. die Aufnahme einer Tour). GPS-Routes hingegen wurden auf einer Karte am Computer von Hand erstellt. Für den Benutzer, der einer GPS-Linie folgt sind diese zwei Typen nicht mehr ohne weiteres zu unterscheiden.

Hinter dieser Frage verbirgt sich die alte Angst, dass der Laie aufs Smartphone starrend über eine Felswand stürzt. Doch wie viel hat das mit der Realität zu tun?

Ein anderes immer wieder ins Feld geführte Argument bezieht sich auf defekte GPS-Geräte oder Geräte mit leerem Akku. Hand aufs Herz, wie viele GPS-Geräte sind bei einer Dreiergruppe mit von Partie? Es sei daran erinnert, dass auch ein Recta-Kompass nicht gegen Verlust oder Defekt gefeit ist. Klar, wer sich auf sein GPS-Gerät verlassen möchte, ist gut beraten für ausreichend Strom (Power-Pack) und ein Backup-Gerät zu sorgen.

Wie auch immer: Die Verfügbarkeit von GPS-Tracks ist eine nicht mehr weg zu diskutierende Tatsache. Und dies seit bald schon 20 Jahren, als die Administration "Clinton" die Selective Availability des GPS-Systems beendete. Die Zukunft wird eine Flut von weiteren GPS-Tracks bringen. Die Qualität der verfügbaren GPS-Tracks wird dabei äusserst heterogen sein. Dies ist ein Problem! Eines der vielen Probleme unserer schönen neuen digitalen Welt, das sich nicht einfach aus der Welt schaffen lässt. Ganz sicher lässt es sich nicht aus der Welt schaffen, in dem ausgerechnet digitale Daten hoher Qualität zurückgehalten werden!

Skitourenguru hat den Anspruch redigierte GPS-Routes in hoher Qualität zu erstellen. Ob Skitourenguru diesem Anspruch gerecht werden kann, ist eine andere Frage. Für die Zuschrift von Fehlern sind wir dankbar!

Wie kann gewährleistet werden, dass GPS-Tracks auf Karten der passenden Auflösung gesichtet werden?

Zum Verständnis ein Beispiel: Die Skitouren der offiziellen Skitourenkarte passen in etwa zu den Karten im Massstab 1 : 50'000. Wenn ich diese Routen auf der 1 : 10'000-er Karte sichte, dann wird klar, dass der Routenverlauf im Detail nicht mehr optimal ist. Die Angst ist nun, dass der Benutzer durch den hohen Detailgrad der Karte dazu verführt wird dem darüber gelegten Routenverlauf fälschlicherweise eine ähnliche Detailtreue zuzubilligen.

Wie kann gewährleistet werden, dass der Benutzer nur passendes Material kombiniert? Ein weiteres Problem, das nicht so einfach gelöst werden kann. Ein schönes Beispiel ist Swisstopo und das offizielle Skitourennetz der Schweiz. Seit anfangs 2016 kann das das offizielle Skitourennetz der Schweiz auf der 1:10'000er Karte gesichtet werden.

Man könnte nun natürlich auch argumentieren, dass immer noch die Hoffnung besteht, dass der Benutzer die "suboptimale Detailtreue" des Skitourennetzes erkennt, wenn er dieses über die 1:10'000-er Karte legt. Sollte dies der Fall sein, könnte der Benutzer eine kritische Haltung zum offiziellen Skitourennetz gewinnen.

Die von Skitourenguru bereitgestellten Routen passen in etwa zum Massstab 1:25'000.

Sind durchschnittliche Skitourengänger überhaupt in der Lage einer vordefinierten Route zu folgen?

Skitourenguru hat sich die Unterstützung von heute de-facto bereits Skitouren durchführenden Wintersportlern, deren Kenntnisse betreffend Lawinenkunde lückenhaft sind, auf die Fahne geschrieben. Ist es nicht ein Widerspruch, wenn von denselben Leuten verlangt wird, dass sie fähig sein sollen einer vordefinierten Route im Gelände zu folgen? Nein, dies ist kein Widerspruch:

  1. Wir sprechen von Wintersportlern, die bereits heute selbstständig Skitouren planen und unternehmen. D.h. sie sind schon heute mit dem Thema der Orientierung im realen Wintergelände konfrontiert. Allerdings oft genug auf irgendeiner zufälligen Skitour, statt auf einer Skitour, die a priori kompatibel ist mit der aktuellen Lawinensituation. Das heisst der Status-Quo ist heute schlecht und kann durch eine Unterstützung bei der Ausarbeitung einer initialen Kandidaten-Liste von Skitouren hoher Güte nur besser werden!
  2. Die finale Routennalge muss sowieso immer im Gelände stattfinden. Es kann nicht die Idee sein irgendeiner Linie auf der Karte zu folgen. Dies gilt ganz unabhängig davon, woher diese Linie stammt. Ob die Leute fähig sind eine Route im Gelände gut anzulegen kann Skitourenguru nicht direkt steuern. Skitourenguru kann jedoch bereits heute de-facto Skitouren durchführende Wintersportler an die Lawinenkunde heranführen.

Wie sehr hängt der Risiko-Indikator von der genauen Routenführung ab?

Grundsätzlich ist die Sensitivität des Risiko-Indikators auf die Routenführung relativ hoch. Dem entsprechend wichtig ist, grosse Sorgfalt bei der Routenlegung walten zu lassen. Nun könnte man einwenden, dass es so etwas wie "die richtige Route" aus grundsätzlichen Überlegungen gar nicht geben kann. Schliesslich bietet das Terrain immer eine Vielzahl an Varianten an. Wenn also jede Routenführung irgendwo auch falsch ist, dann müsste konsequenterweise auch der Risiko-Indikator aus grundsätzlichen Überlegungen immer falsch sein. Diese Auslegung läuft Gefahr das Kind mit dem Bad auszuschütten:

Beim Digitalisieren von Skitouren lässt Skitourenguru die grösst mögliche Sorgfalt walten. Durch den Einsatz von hochwertigen Daten sowie den zugehörigen Tools (GIS) stehen heute potente Werkzeuge zu diesem Zweck zur Verfügung. Dies war noch noch nicht der Fall, als bspw. die offiziellen Skitourenkarten des SAC hergestellt wurden. Skitourenguru kann deshalb nicht abgesprochen werden bei den meisten Routen zumindest eine gute bis sehr gute Routen-Variante vorzuschlagen.

Interessant wäre nun der Vergleich mit alternativen Routen-Varianten. Skitourenguru hat die Risiko-Indikatoren verglichen mit Routenverläufen, die von A. Eisenhut (Skitourenplanung auf Knopfdruck) berechnet wurden. Die Resultate zeigen, dass der Risiko-Indikator der alternativen Routen-Varianten sehr gut übereinstimmt mit dem Indikator auf der Original-Route von Skitourenguru. Mehr zum Thema findest du unter Routensensitivität.

Diese Übereinstimmung hat Gründe: Wenn eine Route von Punkt A nach Punkt B gelegt werden muss, dann müssen zwangsläufig alle Routen-Varianten das Gelände und die Lawinensituation im Gebiet zwischen Punkt A und Punkt B durchlaufen. Ist das Gelände und/oder Lawinensituation zwischen Punkt A und B problematisch, dann kann auch die beste Routenanlage an dieser Ausgangslage nichts ändern. Umgekehrt gilt, dass bei eher sanftem Gelände und/oder einfacher Lawinensituation noch manche Variante akzeptabel wird.

Wie lange wird es dauern, bis ich meine Geheimtipps auf Skitourenguru finden muss?

Es gibt keine Geheimtipps. Jede Route ist irgendwo dokumentiert, sei es in den 10 Bänden des SAC, auf der offiziellen Skitouren-Karte, auf Hikr oder auf Gipeflbuch. Geheimtipps zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie einen oder mehrere Haken aufweisen: Technisch anspruchsvoll, schwierig zu erreichen, lawinen-exponiert, lange Fuss-Passagen, zu steil, zu flach, zu viel "auf und ab". Dafür belohnen uns die Geheimtipps mit "unberührter Natur" und Einsamkeint. Keine Sorge: Auch in Zukunft werden nicht alle Skiturengänger dauernd überall sein. Garantiert wird dies duch die kleinen und grossen Haken, die die"Geheimtipps" aufweisen. Und wenn doch, dann sei daran erinnert, dass die Berge allen gehören.

Wie steht es um die zwei- und mehrtägige Skitouren?

Zur Zeit werden von Skitourenguru nur "eintägige Skitouren" angeboten. Dies hat mehrere Gründe:

  1. Bei eintägigen Skitouren besteht in der Regel ein grosses Routenangebot. Eine gute Routen-Triage macht v.a. dann Sinn, wenn das Routenangebot gross ist. Bei zwei- oder mehrtägigen Skitouren ist spätestens ab dem zweiten Tag das Routenangebot und damit der Handlungsspielraum kleiner.
  2. Das Lawinenbulletin ist in der Regel gültig für den nächsten Tag bzw. für den laufenden Tag. Im Falle von zwei- oder mehrtägigen Skitouren nehmen die Unsicherheiten in Punkto Lawinenbulletin zu.
  3. Skitourenguru bewertet das Eintagesrisiko. Damit dies möglich wird, muss bekannt sein, was eine Person an diesem Tag genau macht. Bei eintägigen Skitouren ist diese Bedingung perfekt gegeben. Bei mehrtägigen Skitouren ist oft nicht mehr klar, welche Trajektorie pro Tag beschritten wird.
  4. Es ist unklar, wie die Filterfunktion bei zwei- oder mehrtägigen Skitouren zu implementieren wäre. Man denke da bspw. an die Starthöhe.

In Sachen zwei- oder mehrtägigen Skitouren ist also noch einiges an Denkarbeit zu leisten.

Wie wird zwischen Aufstiegsspur und Abfahrtsspur unterschieden?

Auf der SAC-Skitourenkarte wird die Richtung zum Teil mit einem Pfeil angegeben. Du kannst dir die SAC-Skitourenkarte in Skitourenguru anzeigen lassen (Wie geht das?). Skitourenguru unterscheidet grundsätzlich nicht zwischen Aufstiegsspur und Abfahrtsspur. Mit den viel grösseren Höhendistanzen, die heute gegangen werden, mit den besseren skifahrerischen Skills und mit dem besseren Material verwischt sich der Unterschied ohnehin. Routen, über die früher ausschliesslich abgefahren wurden, werden heutzutage oft auch im Aufstieg begangen. Wintersportler entscheiden selbstverantwortlich, welcher Spur sie im Aufstieg oder in der Abfahrt folgen. Man beachte auch den Schwierigkeitsgrad der Skitour.